Austro Daimler 2011 – Gedenkfahrt in den Alpen

20.10.2011

 

In Anbetracht der Blütezeit der Wiener Neustädter Austro Daimler Werke vor 100 Jahren fällt es nicht schwer, für die alljährlichen Clubveranstaltungen der Sektion Austro Daimler das geeignete Thema zu finden. War es letztes Jahr die Prinz Heinrich Fahrt 1910, so konnte vom 2. bis 4. September der Sieg der Alpenfahrt 1911 mitten in den Bergen rund um Admont würdig gefeiert werden.

Untergebracht im Schloss Röthelstein am Berghang über Admont mit der größten noch erhaltenen Rauchkuchl Österreichs konnte das Gedenkfest mit zwei Ausfahrten dementsprechend begangen werden. 20 Fahrzeuge haben ihre Teilnahme zugesagt, darunter 7 Austro Daimler und auch 7 Steyr Automobile – also ein beeindruckendes Österreichisches Starterfeld. Um die wertvollen Fahrzeuge nicht unnötig zu strapazieren, hatte die Route wenig mit der Alpenfahrt von 1911 zu tun. Die Streckenführung beinhaltete keine steilen Pässe und auch keine besonders langen Etappen, auch auf Wertungen wird traditionsgemäß generell verzichtet. Die erste Ausfahrt führte bei Ansichtskartenwetter über den Buchauer Sattel nach St.Gallen, weiter nach Groß Reifling, Hieflau und in ein Seitental nach Radmer. Hier stand eine Besichtigung des Schaubergwerkes „Erlebnis Kupfer“ auf dem Programm. Der Kupferbergbau begann dort bereits im 16. Jahrhundert und wurde um 1850 wieder eingestellt. Seit 1996 wird durch eine handvoll Einheimische das bereits verschüttete Bergwerk wieder ausgegraben – eine fürwahr verwegene Idee. Seit 2006 sind nun die alten Stollen zu besichtigen, und es wird noch weiter gegraben … , unbedingt sehenswert! Nachmittag ging es weiter durch das Gesäuse über Admont zur Burg Strechau – die Station für den Abend. Dort wartet ein Oldtimer Liebhaber, Dr. Wolfgang Boesch samt seiner charmanten Begleitung. Ein besseres Ambiente für die herrlichen Vorkriegsfahrzeuge in der liebevoll restaurierten Burg kann es eigentlich nicht mehr geben. Die hier untergebrachte Steyr Automobilsammlung sowie die Burg selbst sind einfach sehenswert und in den Sommermonaten zu besichtigen. Einen kulinarischen Ausklang gab es im Rittersaal der Burg. Als Gast erstmals mit dabei Fr. Eveline Klein, Direktorin des Stadtmuseums, die sich über die Alltagstauglichkeit des Wr. Neustädter AD617 besonders freuen konnte. Am zweiten Tag auf Besuch beim Vorstandsmitglied und Holzspezialist Kolomann Mayerhofer und seinem Team. Sie haben den Albatros Flieger mit original Austro Daimler Flugmotor in einsatzbereitem Zustand im Ennstal stationiert. Bereits vor einigen Jahren war das Vorgängerflugzeug im Stadtmuseum Wiener Neustadt 2 Jahre lang ausgestellt, der zweite Albatros steht nun kurz vor der Typisierung. Die Teilnehmer konnten den Flieger mit laufendem Motor, flankiert von den Austro Daimler Fahrzeugen, bewundern. Die letzte Etappe führte retour nach Admont. Die Veranstaltung wurde im Stiftshof mit einer Fahrzeugaufstellung beendet. Apropos Daimlerfahrzeuge: mit dabei war ein ADR Bergmeister, der einzige ADR8 in Europa, ein weiterer ADR, zwei AD 617 mit OeFFAG Karosserie (Österr. Flugzeugfabrik AG in Wr.Neustadt), ein AD 35HP aus 1918 und ein ADM 3-liter Sport mit langem Radstand.

 

Quelle: www.austrodaimler.at